03.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Samstag, 3. November 2012 – Auf See, Kurs Montevideo / Uruguay

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Der Kapitän warnte uns gestern. Wir sollen heute so ungefähr gegen 06.00 Uhr auf Deck sein. Die berühmten St.Peter und St.Paul Felsen, die zu Brasilien gehören, ragen dann aus dem Atlantik. Und die sollen wir uns anschauen. Ich habe zwar noch nie von denen gehört, aber tatsächlich stehen fast alle um diese frühe Uhrzeit völlig ergriffen auf dem Deck. Auch ich im Bademantel, zum Anziehen und Zähneputzen hat es nicht gereicht, starre sprachlos auf eine ca. 100 Meter lange Felsformation. Die maximale Höhe ist 18 Meter. Und man glaubt es kaum, aber scheinbar leben und arbeiten auf diesen Inselchen zuweilen bis zu vier Wissenschaftler. 625 Kilometer von der nächsten Insel entfernt und ohne Süsswasser. Ein paar verschlafene Delphine hüpfen auch noch um’s Schiff herum.
Zuhause bin ich umzingelt von viel höheren Bergen und bin speziell ihretwegen noch nie freiwillig so früh aufgestanden. Ich vermute, wenn der Kapitän in drei Tagen sagt, springt alle von Bord, tun wir auch das brav.
Gegen Mittag erreichen wir den Äquator. Nun sind wir von beiden Polen genau gleich weit entfernt und leben von jetzt an negativ, allerdings nur was die Breitengrade betrifft.  Andrea, Andreas und ich verfolgen das Spektakel auf der Brücke. Rémy versucht wahrscheinlich die Äquatorlinie zu fotografieren.
Bis der Kapitän, besser gesagt unser Bremchen  auf der Äquatorlinie steht, und die Anzeige der geografischen Breite exakt auf 0,00 steht – da haben unsere Lachmuskeln ordentlich zu tun. Den Funkverkehr zwischen Kapitän, Offizieren und Chief bis es endlich soweit ist, will ich hier gar nicht wiedergeben. Das würde bei einigen das Vertrauen in die christliche Seefahrt doch sehr erschüttern. Gutgelaunt feiern alle Passagiere dieses Ereignis bei einem oder mehreren Hugo’s.
Abends feiern wir dann weiter mit einem Abendessen unter Sternen auf dem Pooldeck.   Was die Crew da wieder an Arbeit leistet ist unglaublich. Schliesslich muss ja alles hochgeschleppt werden. Tische, Bänke, Stühle, Geschirr, Gläser, Besteck, Dekoration, das ganze Essen und viele, viele Getränke, da trinken heute wieder einmal umsonst ist. Und nicht zu vergessen, das alles muss ja während der Nacht auch wieder hinuntergeschleppt werden. Damit die Frühschwimmer morgens ihren Pool wie gewohnt vorfinden.
Nach dem Essen spielt unser Piano Player Ralf von der Moranzin (der Name steht so im Programm, ich kann auch nichts dafür) zum Tanz auf. Allerdings sind wir vom Musikstil wie immer wenig angetan. Dafür kann Herr von der Moranzin aber nichts. Er muss spielen was die Mehrheit will und da wir etwas Jüngeren sehr eindeutig in der Minderheit sind, fügen wir uns fast klaglos. Aber heute bearbeiten wir ihn, dass er auch für unsere Generation mal einen Song spielt. Natürlich erst, nachdem schon viele Passagiere das Pooldeck verlassen haben. Und wir wünschen uns „Highway to Hell" von AC/DC. Das scheint uns passend. Aber nicht einmal das kriegt er auf die Reihe. Der Anfang tönt zwar noch einigermassen gut, bis er wieder in seinen Schmusetakt verfällt. Wir wollen aber, dass es rockt und rollt. Aber nichts zu machen. Der Kapitän steht an der Bar und lächelt milde ob unseren verzweifelten Versuchen, den Restabend nach unseren Wünschen zu gestalten. Obwohl ich sicher bin, dass ihm auch gefallen hätte, wenn es mal ordentlich zur Sache gegangen wäre. Denn unser Kapitän ist noch jung und hat Temperament.  
Herr von der Moranzin spielt ja auch täglich zur Cocktailzeit und nach dem Abendessen im Bremen-Club auf. Und da kann er einem schon leidtun. Da sitzt dann eine Handvoll Passagiere, trinkt noch etwas, redet und Ralf spielt dazu unverdrossen auf seinem Flügel. Und die Lidobar, wo man ihn nicht hört, ist voll mit gutgelaunten Passagieren. Aber unsere Musik ist sowieso das Meeresrauschen.  

Kommentare an die Autorin sind willkommen!



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