28.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Mittwoch, 28. November 2012 – Drake Passage - auf See - Kurs Kap Hoorn / Chile

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Ich habe Geburtstag und das in der berüchtigten Drake Passage. Der Meeresstrasse zwischen der Nordspitze der antarktischen Halbinsel und der Südspitze Südamerikas. Sie verbindet den Atlantischen Ozean mit dem Pazifischen Ozean. Und wo sich etwas verbindet geht es oft leidenschaftlich zur Sache. Hier rein wellenmässig. Aber wir haben Glück. Mässige Beaufort 3 und der kräftige Wind hat etwas nachgelassen. Um 09.00 Uhr haben wir den 60. Breitengrad, diesmal leider nach Norden, überquert und somit die Antarktis verlassen.
Beim Frühstück gratulieren mir viele Crewmitglieder und  Passagiere. Sogar Gäste die es erfolgreich geschafft haben, mir fünf Wochen aus dem Weg zu gehen. Aber eigentlich finde ich, dass die Glückwünsche meiner Mutter gehören. Sie hatte die ganze Arbeit zu bewältigen. Ich habe gar nichts dazu beigetragen. Also Mama, herzliche Gratulation!
Als ich mein obligates 3-Minuten-Ei bekomme breche ich vor Lachen fast zusammen. Birgitt hat mir gestern Abend schon gesagt, dass sie alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, damit mir mein heutiges Abendessen mit Pickelhaube serviert wird. Aber absolut No Way – diese Hauben sind nur und ausschliesslich für den Kapitänstisch! Und jetzt bringt mir Saskia mein winziges Drei-Minuten-Ei zugedeckt mit einer grossen, aus Aluminiumfolie selbstgebastelten Cloche. Andreas hat sich mit dieser Bastelarbeit die halbe Nacht um die Ohren geschlagen. Danke Birgitt für die Bemühungen und innigsten Dank Andreas für dieses unglaubliche Geschenk. Leider hat der Cloche der Heimflug nicht gut getan.
Später treffe ich den Master draussen an und bedanke mich artig für die Geburtstagskarte, die wahrscheinlich Gordana oder irgendwer geschrieben hat. Auch ein Dr. Wolfgang Flägel, Geschäftsführer von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, gratuliert schriftlich auf edlem Papier und wünscht mir viel Glück und Gesundheit für meine Reise durchs Leben. Ich kenne den Herrn zwar nicht, aber trotzdem, herzlichen Dank.
Während des Tages habe ich dann alle Passagiere die mir über den Weg laufen zum Abendessen ohne Getränke eingeladen. Das war dann ein richtiger Heiterkeitserfolg. Ausser bei einer Dame die spitz bemerkt: „Aber Kindchen, wir haben hier doch Vollpension!!“ Ja, mein Humor erschliesst sich nicht allen sofort. Aber die Passagiere fangen langsam an, mich zu mögen. Glaube ich wenigstens.
Abends ist dann Kapitäns-Abschieds-Cocktail gefolgt vom Kapitäns-Abschieds-Abendessen. Und dieses Mal müssen auch wir den offiziellen Weg gehen und können uns nicht mehr durch den Hintereingang einschleichen. Als Julia ein Foto von Rémy und mir machen will meint der Kapitän tadelnd: „Könnten auch Sie mal ein ernstes Gesicht machen?“. So tue ich ihm halt den Gefallen.
Das Abendessen ist sehr, sehr heiter und Tisch 37 macht das letzte Mal die La-Ola-Welle für den Kapitänstisch. Ich hoffe, der Master und sein Gefolge wissen unseren an- und ausdauernden Einsatz für ihren Tisch angemessen zu würdigen.
Nach der Nachspeise wird mir ein Geburtstagskuchen gebracht.  Bereits am Anfang der Reise wurde ich gefragt, damals noch von Insa, was ich denn gerne hätte zum Geburtstag. Champagner ODER Kuchen. Ich entschied mich damals für Champagner. Aber da steht doch tatsächlich zusätzlich eine grosse, super garnierte Windbeutel-Torte vor mir. Original-Ton der Pâtissière: „Schön ist sie nicht, aber einzigartig!“ Birgitt hat auch das organisiert. Ich bin abermals tief gerührt, obwohl Tobias mir schon gestern  gesagt hat: „Keine Sorge, Sie kriegen dann Ihre Windbeutel schon noch mal!“. Auf diesem Schiff bleibt nichts, aber auch gar nichts ein Geheimnis.  
Den Abend verbringen wir weiterfeiernd abwechselnd in der Bar und aussen auf dem Lidodeck. Auch der Oberbefehlshaber gesellt sich noch für ein kleines Weilchen zu uns. Übrigens hat er wieder sein Lied „Sie hiess Mary Ann und war sein Schiff“ beim Verabschiedungskonzert des Bremen Crew-Chors gesungen. Da sehe ich noch Handlungsbedarf. Vielleicht wechselt er deshalb das Schiff. Weil die dort den Song eventuell noch nicht kennen.
Und leider ist es mir nicht gelungen, die wunderschöne Seekarte unserer Reise, welche heute verlost wird, zu gewinnen. Dabei habe ich so viele Lose gekauft.
Was für ein glücklicher, unbeschwerter Tag. Ich werde diesen Geburtstag nie vergessen. Obwohl ich nichts von Geburtstagen halte. Die machen nur älter. Und ich habe noch so viel vor.


Kommentare an die Autorin sind willkommen!


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