10.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Samstag, 10. November 2012 – Ankunft Montevideo / Uruguay

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Das rustikale Mittagsbuffet mit Freibier ist Andrea‘s absolutes Highlight. Als Nachspeise gibt es Kaiserschmarrn. Originalton Andrea:" Da könnte ich mich reinsetzten!" Na gut. Andere Länder, andere Sitten. Wir Schweizer sind da etwas pragmatischer. Wir essen das Zeug einfach. Andrea entschliesst sich dann für die Schweizer Variante und wer je die legendäre Szene im Film „When Harry Met Sally" gesehen hat, weiss wie es an unserem Tisch getönt hat. Aber wir versprechen Andrea, falls der Kaiserschmarrn wieder mal auf dem Programm steht, kidnappen wir die ganze Riesen-Pfanne vom Dessertbuffet und Andrea kann dann voll auf „All you can eat" machen und sich in den Rest reinsetzen. Es gab nie mehr Kaiserschmarrn.
Am Nachmittag stehe ich dann an der Reling und betrachte das vermeintliche Meer, welches aber schon der 290 Kilometer lange und bis 220 Kilometer breite Río de la Plata ist, der gemeinsame Mündungstrichter der Ströme Paraná und Uruguay. Links und rechts ist die Fahrrinne mit Bojen ausgesteckt und das Wasser ist braun. Und langsam nähern wir uns Montevideo, die ersten Häuser werden sichtbar. Das Wetter ist diesig und es ist ungewöhnlich kühl. Gestern oder vorgestern hat die Stadt ein mächtiges Unwetter mit einem enormen Temperatursturz erlebt.
Nach nonstop 8‘500 gefahrenen Kilometern auf dem Atlantik legt unser kleines, tapferes MS Bremchen gegen Abend in Montevideo an. Alle stehen an der Reling und schauen zu, wie unser Schiff an der Pier vertäut wird. Etwas verloren stehen auch wir da und wissen gar nicht so recht was wir mit dem, was wir im Hafen sehen anfangen sollen. 13 Tage hatten wir nur das Schiff, den weiten Atlantik und uns. Eine unglaublich schöne und erfüllte Zeit, die viel zu schnell vorbei ging. Der Weg war das Ziel und jetzt wo wir am Ziel sind, will eigenartigerweise keine Euphorie aufkommen. Jedenfalls nicht bei mir.
Da es immer etwas dauert bis so ein Schiff einklariert ist, essen wir an Bord. Schliesslich bin ich auch gespannt, ob es meine Windbeutel in’s Wunsch-Dinner geschafft haben. Nein, gemäss Speisekarte haben sie das leider nicht. Ich nehme meine Niederlage jedoch sportlich. Als die Nachspeise serviert wird, bin ich etwas irritiert. Es lachen alle Passagiere rundherum, unser Tisch sowieso, und alle bedeuten mir, dass mich mal umdrehen soll. Da steht hinter meinem Stuhl Tobias, unser Küchenchef, mit einer grossen Platte Windbeutel. Und meint, dass meine Unterschriftensammlung doch belohnt werden muss. Sehr gerührt knutsche ich ihn etwas ab, obwohl das Lob ja eigentlich unserer Pâtissière gehört. Aber vielleicht will sie nicht von mir geknutscht werden. So verteile ich die Windbeutel, es gibt noch mehrere Platten, meinen Mitstreitern im ganzen Speisesaal und natürlich an unserem Tisch. Sie sind einfach super, genau wie ich sie mir vorgestellt habe.
Nach dem Abendessen beschliessen wir, Tisch 37 in corpore, einen Ausflug ins Nachtleben von Montevideo zu wagen. Etwas orientierungslos stolpern wir dann in der Nähe des Hafens herum, finden eine Kneipe und trinken draussen ein Bier. Und müssen lachen. Die gesamte Kneipe innen ist belegt von unserer Bremen-Crew. Scheinbar können wir nicht mehr ohne einander. Da in Montevideo nachts vermeintlich überhaupt nichts los ist machen wir uns ziemlich bald auf den Heimweg und trinken in der Lidobar noch unseren Absacker. Da erfahren wir, dass Red Shoe, einer unserer Künstler an Bord in der gleichen Kneipe war, 5 Minuten nach uns dort ebenfalls gegangen ist und auf dem Rückweg zum Schiff von 2 Jugendlichen überfallen wurde. Da Red Shoe sicher 1 Meter 90 gross und sehr durchtrainiert ist hat er die beiden ziemlich vermöbelt. Und Irene und Pit erzählen am nächsten Morgen, dass es rund um den Hauptplatz unzählige Strassenkneipen mit Musik gibt und der Bär los war, da halb Montevideo sich dort trifft. Von wegen, hier ist nichts los.

Kommentare an die Autorin sind willkommen!


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