27.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Dienstag, 27. November 2012 – Neko Harbour / Antarktische Halbinsel / Antarktisvertrag

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Wiederum ein strahlender Tag und absolut windstill. Da Gruppe Grün erst gegen 09.00 Uhr antraben muss können wir gemütlich frühstücken.
Zum zweiten Mal betreten wir antarktisches Festland. Die Pinguine sind alle schon wach und sehr geschäftig. Die Männchen laufen unermüdlich zum Strand um Steinchen für den Nestbau ihrer Angebeteten zu holen. Dann kraxeln sie mit dem Steinchen den Hügel hoch und falls das Steinchen bei der Holden Gefallen findet, dürfen sie es da lassen. Wenn nicht, Pech gehabt. So laufen sie immer hoch und runter. Und wir müssen extrem aufpassen, den Mindestabstand einzuhalten. Pinguine sind an Land zwar furchtlos, laufen aber nicht durch eine Menschenansammlung hindurch. Wir müssen immer so stehen, dass sich eine freie Gasse bildet und erst dann marschieren sie weiter. Aber Pinguine sind geduldig und warten seelenruhig ab bis auch der letzte der Rotjacken merkt, dass er Platz machen soll. Meine absoluten Lieblinge sind zwar die Zügelpinguine, hier sind es Eselspinguine. Und die mag ich auch, eigentlich mag ich alle Pinguine. Lange beobachten wir zwei Pinguine die sich inmitten vieler anderer Pinguine vermöbeln. Aber richtig. Da möchte ich nicht dazwischen geraten.
Andrea, Andreas und ich steigen dann etwas den Hügel hinauf. Rémy ist schon lange zuoberst. Was für ein atemberaubendes Panorama. Die tiefblaue See auf der majestätisch unsere Bremen dümpelt, blauer Himmel und reinweisser Schnee überall. Ausser dort wo die Pinguine hinscheissen. Der Kapitän gesellt sich dann zu uns und in absolut harmonischem Schweigen geniessen wir lange den Ausblick auf die Bucht. Und es ist uns gar nicht richtig bewusst, dass dies unsere letzte Anlandung in der Antarktis ist und dass wir zum letzten Mal Pinguine sehen.
Um 11.00 Uhr ist der letzte Zodiac zurück an Bord und wir nehmen Kurs auf Kap Hoorn.
560 nautische Meilen oder rund 1000 Kilometer liegen vor uns. Und es ist das erste Mal seit einem Monat, dass wir nach Norden unterwegs sind. Süden, Westen, Osten, alles haben wir gemacht. Nur nach Norden führte unser Weg nie.
Um 11.30 ist dann wieder einmal Cocktail-Zeit auf dem Pooldeck. Aber nur für Gäste, die zum ersten Mal mit Bremchen reisen. Da wir davon ja ausgeschlossen sind beschliessen wir spontan, unseren Cocktail auf dem Helikopterdeck abzuhalten. Uwe schliesst sich uns an, obwohl er unten sein dürfte. Champagner haben wir ja noch sehr viel. Unsere diversen Begrüssungschampagner lagern alle noch unversehrt in diversen Kabinen in der Minibar. Und vom Heli-Deck aus hat man die Übersicht auf’s Pooldeck. So hören wir den Worten unseres Master Mark zu und frieren uns fast den Bobbes ab. Zuoberst ist es trotz strahlendem Wetter nämlich sehr windig. Das bemerkt Lisa, die unten serviert und bringt uns Glühwein nach oben. Champagner und Glühwein, eine explosive Mischung. Da aber bis 18.00 Uhr keine wichtigen Termine anstehen nehmen wir auch diese Herausforderung an.
Um 18.00 Uhr ist das Expeditionsteam mit dem Rückblick auf die Antarktische Halbinsel und der Vorschau auf Kap Hoorn dran. Wie immer äusserst spannend und interessant. Und wenn Stefan, unser Expeditionsleiter spricht ist es auch immer sehr lustig. Er hat’s einfach drauf.
Und auch bei dieser Veranstaltung ist uns nicht bewusst, dass dies die vermeintlich letzte Rück- und Vorschau ist. Man kann sich nach so langer Zeit schon gar nicht mehr vorstellen, dass das alles irgendwann ein Ende hat. Oder wir verdrängen diese Tatsache  sehr erfolgreich.
Weil, heute sind wir gut drauf und was später kommt, kommt erst später. Geniesse den Moment, nach dieser Devise leben wir. Und das sollte man eigentlich immer.


Kommentare an die Autorin sind willkommen!


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