20.11.2012 - steineggerpix.com

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Impressions of our Holiday Expedtion Cruise with MS Bremen / Hapag-Lloyd to Antarctica 2012

October 27th - December 5th, 2012: Lugano - Tenerife - Montevideo - Falkland Islands - South Georgia - South Shetlands -
Peninsula Antarctica - Drake Passage - Kape Hoorn - Ushuaia - Buenos Aires - Iguacu Waterfalls - Lugano

written by vreni steinegger / pictures shot by rémy steinegger for fun ...

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Dienstag, 20. November 2012 – Grytviken - Gold Harbour
Südgeorgien / Britisches Überseegebiet

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Seit gestern Abend ankern wir bereits in der Cumberland Bay. Heute ist der Besuch der Walfangstation Grytviken und eine Andacht zu Ehren Shackleton‘s an dessen Grab auf dem Programm. Grytviken ist der einzige Ort und zugleich Hauptstadt des Britischen Überseegebietes Südgeorgien und der südlichen Sandwichinseln. Immerhin mit 3 ständigen Einwohnern! Dem offiziell vom Gouverneur der Falklandinseln abgesandten Marineoffizier Pat, seiner Frau Sarah und ihrem 2-jährigen Sohn. Eine Forschungsstation gibt es auch noch am nahegelegenen King Edward Point. Kommissarisch verwaltet wird dieses doch sehr entlegene Gebiet vom Gouverneur der Falklandinseln, immerhin 1400 Kilometer entfernt, der als Vertreter der britischen Königin und Regierung fungiert. Und ich lese noch etwas sehr Interessantes: „Die Postleitzahl SIQQ 1ZZ gilt für das gesamte Territorium von Südgeorgien und der Südlichen Sandwichinseln. Auf Grund der äußerst geringen Bevölkerungsdichte ist eine weitergehende Differenzierung dieser Leitzahl nicht vonnöten".  Ja, das glaube ich gerne.  
Das Wetter passt für diesen morgen perfekt. Es ist nasskalt und es wird sogar noch schneien. Die Walfangstation ist noch gut im Schuss und Sarah erzählt die Geschichte dieser Station spannend und sehr informativ. Mich interessiert vor allem, wie die Menschen damals hier am Ende der Welt gelebt haben. Das Wale abschlachten blende ich weit möglichst aus. Bemühend ist, dass ein Lektor neben Sarah steht und alles auf Deutsch übersetzt. So verlieren wir viel Zeit und müssen uns beeilen, um rechtzeitig 11.00 Uhr für die Shackleton-Andacht am Friedhof zu sein. Er starb 1922 an Bord der „Quest" an Herzversagen. Und die „Quest" lag in der Bucht von Grytviken. So beschloss seine Frau, dass er auf dem kleinen Friedhof hier seine letzte Ruhestätte haben soll. Nun stehen wir Rotjacken am Grab und hören ergriffen der Rede unseres Kapitäns zu. Um uns wieder auf Kurs zu bringen wird anschliessend Kümmelschnaps serviert. Auch der Verstorbene kommt nicht zu kurz. Kapitän Behrend trinkt ein halbes Gläschen und schüttet den Rest aufs Grab.
Und schon müssen wir wieder zurück an Bord. Am Anlandeplatz herrscht Gedränge da ja alle gleichzeitig in den ersten Zodiac steigen wollen. Und der hat Platz für 10 Passagiere. 140 Passagiere, zusätzlich noch etliche Crewmitglieder. Rechne, das gibt noch viele Zodiacladungen. Um die Wartezeit etwas zu überbrücken frage ich Stefan, unseren Hotman, ob er denn noch so ein Kümmelschnäpschen locker machen kann. Schliesslich steht Stefan nur da und hütet den Schnaps und die Gläser und muss auch warten. Und tatsächlich werden die Kisten nochmals ausgepackt. Aber nur Andrea, Andreas und ich bekommen ein Glas und wir stossen mit Stefan an. Die anderen Gäste um uns herum sind etwas irritiert.
Zurück an Bord stellt Sarah noch das Projekt zur Rattenbekämpfung auf der Insel vor. Rémy, der den Vortrag besucht hat, ist tief beeindruckt.
Aufgrund eines herannahenden Sturms entscheidet die Schiffs-und Expeditionsleitung, dass wir nur noch eine Anlandung in Südgeorgien machen können. Also auf nach Gold Harbour. Hier hat es wieder jede Menge Seeelefanten, Tausende von Königs- und Eselspinguinen und viele Vögel.
Der letzte Zodiac kommt spät an Bord zurück und ich merke, dass unser Bremchen schon in den Startlöchern steht und ungeduldig stampft da der Kapitän sich so schnell wie möglich vom Acker machen will. Obwohl wir Südgeorgien eigentlich erst morgen verlassen wollten. Und ich kann das gut verstehen. Auf der Kartenwand, welche sich im Eingang zum Bremenclub befindet, sind nebst der Route die wir fahren auch die Meteo-Daten und vieles andere mehr. Gemäss des Meteo-Bildes befinden wir uns am Rande der Zone sehr rot. Und dunkelrot kommt auf uns zu. Nichts wie weg hier.

Kommentare an die Autorin sind willkommen!


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12. REPLIK:

by Manfred Reich, Freund aus Berlin, aufmerksamer Beobachter, selber seit kurzem bekennender Kreuzfahrer und bekannt als einer, der den Tatsachen fadengerade ins Auge sieht!

Nur für G1 und G2   (Ehefrau nähert sich und bleibt hinter M stehen.)

E:  Spielst Du schon wieder mit Deinem Computer? (Liest die e-mails von G1 und G2.) Wer sind diese Frauen mit denen Du auf dem Schiff warst?

M:  Ich war auf keinem Schiff.

E:  Hier steht’s doch, schwarz auf weiß.

M:  Nein steht es nicht. Außerdem wäre es Dir wohl aufgefallen wenn ich 14 Tage allein auf einer Kreuzfahrt gewesen wäre.

E:  Ich habe Dich gefragt wer diese Frauen sind –  diese Gründelmayers.

M:  Die gibt es eigentlich gar nicht, außerdem kenne ich nur eine.

E:  Von den Frauen, die es nicht gibt kennst Du nur eine?

M:  Die kennst Du auch, sehr gut sogar.

E:  Lenk’ nicht ab.

M:  Die Frauen gibt es, aber der Name ist eine Erfindung, dichterische Freiheit sozusagen.

E:  Seit wann bist Du ein Dichter?  Du bist eher nicht ganz dicht.

M:  Wenn Du mir nicht glaubst dann frag ihn doch, Herrn Gründelmayer – Quatsch , wie heißt er doch gleich, der Fotograf, der die tollen Bilder macht aus der Schweiz?

E:  Gib Dir keine Mühe. Ihr Männer steckt doch alle unter einer Decke.

M:  Dann hier schau in den Kalender. Wir waren zweimal in einem Restaurant und dreimal hatten wir Besuch von Freunden oder Nachbarn.

E:  (Ohne einen Blick auf den Kalender zu werfen)  Bleib’ bitte sachlich.

M:  (Triumphierend) Hier, ich war beim Friseur, die Friseurin kann Dir bestätigen, dass ich bei ihr war.

E:  Du warst bei Deiner Friseurin, das wird ja immer schöner. Wie viele Blödheiten muss ich mir eigentlich noch anhören?  Seit zwei Jahren willst Du den Zaun streichen und der Garten ist in einem Zustand, dass mich schon die Nachbarn ansprechen.

M:  Aber es ist Winter, es ist viel zu kalt.

E:  Auf dem Schiff am Nordpol mit diesen Frauen war es Dir nicht zu kalt.

M:  Nicht am Nordpol,  es war am Südpol.

E:  Du gibst es also zu.    (M greift sich eine Jacke und verschwindet wortlos im Garten)


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